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Dachstuhlbrand in einem Industriegebäude
Zu einem Dachstuhlbrand kam es am Freitag, den 24.04.2010 gegen
14 Uhr im Bammentaler Industriegebiet.
Bei dem Brandobjekt handelt es sich um ein eingeschossiges Gewerbegebäude
das mit einer Photovoltaikanlage ausgerüstet war. In dieser
außergewöhnlichen Konstruktion bilden die einzelnen Photozellen gleichzeitig
die Dachbedeckung. Neben der elektrischen Gefahr stellte vor allem die
enorme Festigkeit der einzelnen Platten die Einsatzkräfte vor eine
ungewöhnliche Herausforderung.
Im selben Gebäudekomplex sind weitere Firmen untergebracht die unter
anderem auch chemische Stoffe lagern. Die Löschwasserversorgung durch das
öffentliche Leitungsnetz ist in diesem Ortsteil nicht optimal.
Nach der Alarmierung mit dem Stichwort „fragliche Rauchentwicklung“ rückte
gemäß der Alarmierungs- und Ausrückordnung der ELW 1, LF 16-24 und das LF 8
aus.
Bei der ersten Erkundung wurde durch den Zugführer eine Rauchentwicklung im
Dachbereich festgestellt. Folgerichtig wurde auf die nächste Alarmstufe
erhöht. Hierauf rückte zunächst der ELW 2 und das HLF 16-12 nach, die
Feuerwehren aus Neckargemünd und Wiesenbach wurden nachalarmiert.
Als Erstmaßnahme wurde eine Riegelstellung zum hinteren Gebäudeteil gesetzt
und im inneren des Gebäudes wurde ein Trupp mit einem weiteren Rohr zum
Dachaufstieg platziert um eine eventuelle Ausbreitung zu den
Geschäftsräumen fest zu stellen und zu verhindern. Der Aufstieg wurde hierzu
bewusst nicht geöffnet um die Ausbreitung von Brandrauch und des Feuers
nicht zu fördern.
Parallel hierzu wurde eine Überdruckbelüftung eingeleitet um das mit
sensiblen Geräten ausgestattete Labor und die Geschäftsräume rauchfrei zu
halten.
Die Besatzung des HLF versuchte dann die Giebelwand zu öffnen um an den
Brandherd zu gelangen. Allerdings hat man sich bewusst dazu entschlossen,
keine Einsatzkräfte in den Kniestock zu schicken. Die Gefahr sich an den
frei liegenden elektrischen Leitungen zu verletzen, war zu groß und die
Abschaltung der Zellen ist bei einer solchen Anlage nicht möglich. Immerhin
werden hier 1000V Gleichspannung und mehr erzeugt, was für den menschlichen
Körper absolut tödliche Folgen haben kann.
Mit dem Löschzug aus Neckargemünd traf kurze Zeit später die Drehleiter ein,
deren Besatzung mit sehr hohem Kraftaufwand die Photovoltaikzellen
durchschlug um an den Brandherd zu gelangen. Gleichzeitig wurde in der
Lagerhalle eines in der Nachbarschaft befindlichen Betriebes eine
Atemschutzsammelstelle eingerichtet wo alle eingesetzten
Atemschutzgeräteträger verwaltet wurden und immer genügend Personal und
Ausrüstung für den Atemschutzeinsatz vorgehalten wurde. Diese wurde später
vom Gerätewagen Atemschutz der Feuerwehr Schwetzingen unterstützt.
Die Kräfte aus Wiesenbach errichteten eine Wasserentnahmestelle aus der
nahe gelegenen Elsenz und verlegten eine Förderstrecke zur Einsatzstelle.
Die Besatzung des ELW 2 baute eine Führungsstelle auf und arbeitete dem
Einsatzleiter zu.
Hierzu wurde im laufe des Einsatzes auch die Führungsgruppe des Unterkreises
nachgefordert, die sich in sehr kurzer Zeit, nahtlos in die Struktur
einfügte und den Einsatzleiter entlastete.
Mit großen Schwierigkeiten hatte die Drehleiterbesatzung zu kämpfen, die
sich müßig durch den hochfesten Werkstoff der Photovoltaikanlage kämpfen
musste. Deshalb entschloss sich der Einsatzleiter ein zweites
Hubrettungsfahrzeug nachzufordern. Es wurde dann der Teleskopmast und ein
Löschfahrzeug der Feuerwehr Walldorf alarmiert. Mit dem Paralleleinsatz der
beiden Hubrettungsfahrzeuge ist es schließlich gelungen, die Ausbreitung des
Feuers im Dachbereich zu stoppen. Hierzu wurde eine komplette Reihe
Fotozellen durchschlagen und der noch unbetroffene Teil abgeriegelt.
Im laufe des Einsatzes wurden noch Kräfte der Feuerwehren aus Mauer,
Gaiberg, Schönau und Meckesheim nachgefordert um genügend
Atemschutzgeräteträger zur Verfügung zu haben und eine weitere
Wasserförderstrecke auf zu bauen.
Die Feuerwehr Leimen unterstütze mit ihrem Messfahrzeug, konnte aber bei
ihren Messungen glücklicherweise keine Gefahr für die Bevölkerung
feststellen.
Noch während der Löscharbeiten wurden 5 Wassersauger zum absaugen des
Löschwassers eingesetzt um den Wasserschaden so gering wie möglich zu
halten.
Die Einsatzkräfte der Feuerwehr Bammental, unterstützt von Einsatzkräften
der Feuerwehr Schönau, wurden bis zum Mittag des folgenden Tages in drei
Schichten zur Brandwache eingeteilt und bestanden jeweils aus einer
Löschgruppe (9 Einsatzkräfte). So war gewährleistet, dass immer ausgeruhte
Einsatzkräfte zur Verfügung stehen. Mit der Wärmebildkamera der Feuerwehr
Neckargemünd wurde das Gebäude im halbstündigen Rhythmus kontrolliert.
Hierbei wurden immer wieder kleinere Glutnester freigelegt und abgelöscht.
Die angebauten Gebäudeteile blieben durch den massiven Einsatz der
zahlreichen Einsatzkräfte unversehrt.
Noch bevor die Sonne am nächsten Morgen ihre Kraft entfalten konnte, wurden
die intakten Photovoltaikzellen mit lichtdichter Folie abgedeckt und zum
Teil abgeklemmt um eine weitere Brandgefahr zu verhindern.
Den Grundschutz für Bammental während der Aufräum- und Nachlöscharbeiten
übernahmen die Kameraden der Feuerwehr Neckargemünd.
Die Aufräum- und Sicherungsmaßnahmen waren am 24.04.10 gegen 14:00 Uhr
beendet.
Udo Gattner, Kommandant der Feuerwehr Bammental
Videobeitrag des Rhein-Neckar-Fernsehen
Kräfteübersicht:
|
Einheit |
Fahrzeug |
Personal |
|
Feuerwehr Bammental |
BAM 11, BAM 44-2, BAM 41, BAM 44-1, RN 12-1 |
34 |
|
Feuerwehr Neckargemünd |
NGD 1-11, 1-23-1, 1-33, 1-23-2, 1-72 |
33 |
|
Feuerwehr Wiesenbach |
WIE 19, WIE 44, WIE 41 |
24 |
|
Feuerwehr Mauer |
MAU 19, MAU 44, MAU 42 |
16 |
|
Feuerwehr Gaiberg |
GAI 19, GAI 21, GAI 42 |
15 |
|
Feuerwehr Meckesheim |
MEC- 1-11, MEC 1-44, MEC 1-74, MEC 2-44 |
25 |
|
Feuerwehr Walldorf |
WAL 10, WAL 44-2, WAL 36 |
11 |
|
Feuerwehr Schwetzingen |
SCHW 56, SCHW 74/2 |
4 |
|
Feuerwehr Leimen |
LEI 1-59/1, 1-19/1, 1-10 |
8 |
|
Feuerwehr Schönau |
SCHÖ 1-11, SCHÖ 1-44, SCHÖ 1-23, SCHÖ 2-23 |
20 |
|
Unterkreisführungsgruppe Ngd |
|
- |
|
Unterkreisführer Frank Merkel |
|
1 |
|
Kreisbrandmeister Peter Michels |
RN 10-1 |
1 |
|
Stv. Kreisbrandmeister Axel Schuh |
RN 11-1 |
1 |
|
Stv. Kreisbrandmeister Kurt Lenz |
RN 10-3 |
1 |
|
DRK |
RN 3/83, RN 3/79, RN 75/83 |
5 |
|
Polizei |
|
10 |
|
Bürgermeisteramt |
Stlv. Bürgermeister Wilhelm Müller und stlv.
Bürgermeisterin Annette Rehfuß |
2 |
|
sonstige |
Holger Karl, künftiger Bürgermeister von
Bammental |
1 |
|
SÜWAG |
|
2 |
|
Abwasserzweckverband |
|
2 |
|
Einsatzkräfte Ges. |
|
Ca.
216 |
|